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Themen: Adipositas, Übergewicht, Abnehmen mit und ohne Magenband

Magenband-OP
 

 

Meine Magenband-OP

13.7.

Aufnahme im St.-Lukas-Klinikum in Solingen, Blutabnahme, Röntgen Thorax, EKG, Fragebögen ausgefüllt, außerdem hatte ich noch Gespräche mit dem Anästhesisten und meinem Chirurgen Dr. Meibert, übrigens ein Super-Arzt und ganz feiner Mensch, er nimmt sich ausgiebig Zeit für alle Fragen, die man ihm stellt und seine Art ist einfach beruhigend und vertrauen erweckend, was dazu führte, dass so allmählich meine Zweifel verschwanden und die Aufregung vor der OP, die die Tage zuvor teilweise so schlimm war, dass ich kaum Luft kriegte! Dr. Meibert kam 2 x tgl. zu mir, allerdings bin ich auch Privatpatientin. Auch die Zimmer sind in dem KH ganz gut, das Essen ist vergleichsweise prima, das Pflegepersonal sehr freundlich und bemüht.

 

14.7.

zwar mit Schlaftablette gut geschlafen, trotzdem mit Kopfschmerzen aufgewacht, hat mit meinen Nackenproblemen zu tun

Gespräch mit Dr. Meibert, noch eine ganze Din-A4-Seite Fragen geklärt!, mittags Magenspiegelung, mit der LMAA-Tablette intus war es nicht schlimm.

Habe eine andere MB-Patientin kennen gelernt, die am Tag zuvor operiert worden war. Sie ist sehr nett und ihr ging es schon wieder so gut, dass sie mit einem untergeschlagenen Bein auf dem Bett saß, als ich hereinkam, was mich sehr beeindruckte und beruhigte!

ab 22 h durfte ich dann nichts mehr essen oder trinken

 

15.7.

wieder mit Kopfschmerzen aufgewacht, allerdings ganz ruhig

fein gemacht für die OP und um 8.30 h abgeholt

dann ging alles ganz schnell, 1,5-2 Std. später wachte ich gebändigt wieder auf! Die OP konnte bei mir wider Erwarten doch laparoskopisch durchgeführt werden, war aber auf Grund meiner vielen Verwachsungen im Bauchraum sehr aufwändig, daher auch die verhältnismäßig wohl lange OP-Dauer

ich soll nach der OP direkt 2 Schmerzspritzen gekriegt haben, nachdem ich aufgewacht bin, brauchte ich für den Magen bzw. die Wunden eigentlich zu keiner Zeit mehr weitere Schmerzmittel, wohl aber gegen meine Kopfschmerzen, die sich durch die gekippte Lage auf dem OP-Tisch noch verschlimmert hatten!

Im Aufwachraum musste ich bis 16 h bleiben, weil ich eine Schlafappnoe habe und deshalb etwas mehr Überwachung als gewöhnlich angesagt war. Dort stellte ich auch fest, dass ich keinerlei Sonden oder Drainagen am Körper hatte, lediglich 5 kleine Pflaster auf den Wunden! Das Einzige, was mich außer den Kopfschmerzen quälte, war mein Druck auf der Blase, da ich mich gegen der Bettpfanne erfolgreich widersetzt hatte!

Als ich endlich auf dem Zimmer ankam, stand ich als erstes auf und ging unter Beobachtung der Schwester und meines Mannes, aber dennoch ohne Hilfe auf die Toilette, aaaaahhh, tat das gut!

Abends wurden die Kopfschmerzen etwas besser, dafür hatte ich leichte Schmerzen in der linken Schulter, als ich mich etwas aufsetzte, verschwanden sie wieder. Tee durfte ich auch schon trinken, mein neues Leben konnte beginnen!

 

16.7.

mein Zuckerwert ist schon runter auf 94!, zum Frühstück Bouillon und ½ Tasse Kaffee getrunken, Stimmung: bombastisch!

Mittags gab es Apfelschorle, die bekam mir aber nicht, ich kriegte Durchfall davon, und leckere Spargelcremesuppe ohne Einlage, abends wieder Bouillon, jeweils ungefähr ½ Kaffeebecher voll gegessen, hatte trotzdem das Gefühl es wäre schon zuviel, weil ich anschließend  Blähungen kriegte

 

So ungefähr wie heute ging es die nächsten Tage weiter, am 19.7. zur Kontrolle noch mal Röntgen mit Breischluck, alles ok, meine Blutwerte auch, am 20.7. wurde ich endlich entlassen . In der Zeit habe ich nur Bouillon und Cremesuppen ohne Einlage gegessen und das soll ich insgesamt 6 Wochen lang machen, danach etwa dieselbe Zeit noch mal püriertes Essen, dann erst normale Kost, damit sich der Magen ganz langsam umstellen kann. Ob ich das durchhalte? Es wird sehr schwer, vor allem abends, wenn mein Mann zuhause isst.

Der Zuckerwert ist dauerhaft um die 80, Tabletten darf! ich nicht mehr nehmen!!!, bis heute, genau 1 Woche nach der OP, sind schon 4,9 kg weg! Ab und zu habe ich noch mal Schmerzen in der Schulter oder Blähungen, der Durchfall ist seit gestern auch weg, meine Gemütsverfassung könnte nicht besser sein, was will man mehr?? Und ab 17.8. beginne ich mit meiner medizinischen Kräftigungstherapie, die geht über 18 Sitzungen, danach geht’s ab ins Kieser-Studio, um den Grundumsatz zu steigern.

 

 

 

Stand 11.01.2005:

 

Die medizinische Kräftigungstherapie hat mir eine Menge gebracht, meine Rückenschmerzen sind weitgehend besser. Seit Anfang November treibe ich außerdem noch Ausdauersport in einem anderen Fitnessstudio, seitdem ist meine Fettverbrennung anscheinend ordentlich angekurbelt, denn selbst in der Adventszeit, als ich "sündig" gegessen habe, habe ich nicht zugenommen! Wenn mir das einer vor 1 Jahr gesagt hätte, dass ich ca. 25 kg weniger wiegen würde, es mir gesundheitlich so viel besser gehen würde und ich nicht einmal mehr zunehme, wenn ich sündige, ich hätte den für verrückt erklärt!

Dennoch war nicht alles nur rosig in den letzten Monaten seit der MB-OP. Das Blocken war bei mir ausnehmend schwierig, ich spürte meistens trotz des Magenbandes kein Sättigungsgefühl bzw. erst sehr spät, wenn ich schon zum Abnehmen zuviel gegessen hatte. Da zwischendurch auch mal Flüssigkeit zu wenig im Band war, hatte ich große Angst, es könnte ein Leck haben oder sonst wie nicht richtig funktionieren. Ich habe deshalb auch kaum weiter abgenommen.

 

Erst seit einigen Tagen, seit ich erneut geblockt worden bin, klappt es wieder mit der Abnahme und endlich spüre ich mein Band auch so, wie es in den Foren immer von anderen Bandträgern dargestellt wird. Es war bis hierhin aber ein sehr langer und schwieriger Weg, den ich mir schon irgendwie anders vorgestellt hatte. Auch habe ich in der Zeit immer wieder leidvoll gespürt, dass mein Kopf nicht mit operiert worden ist! Nun aber bin ich voller Hoffnung, dass ich weiter Erfolg bei der Abnahme haben werde, zumal ich heute meine erste eigene Adipositas-Selbsthilfegruppe starte! Dr. Meibert und ich waren inzwischen in 4 verschiedenen Zeitungen und einmal im Lokalradio, es wurde jeweils mein Name genannt als Ansprechpartner für eine SHG. Daraufhin wurde ich so mit Anrufen bombardiert von Leuten, die alle das gleiche Problem mit ihrem Gewicht haben wie ich, dass ich einen Teil der Interessenten zunächst vertrösten musste, weil sonst der Gruppenrahmen gesprengt worden wäre! Jetzt habe ich eine Leiterin für eine 2. Gruppe gefunden und diese wird im Februar auch beginnen können.

Also - alles in allem kann ich ein mehr als positives Fazit der Anstrengungen des letzten halben Jahres ziehen und hoffnungsfroh dem neuen Jahr entgegen blicken!

 

 

 

Stand 20.10.2005:

 

Leider haben sich meine Hoffnungen in Bezug auf das Magenband überhaupt nicht erfüllt! Bin ich so geblockt, dass es mich ausbremst, wenn ich zuviel essen möchte, kriege ich unweigerlich nach bereits kurzer Zeit eine Speisenröhrenentzündung, einhergehend mit nächtlichen Refluxbeschwerden, die dazu führen, dass mir, sobald ich liege, der in der Speiseröhre gestaute Brei aus Nahrung und Flüssigkeit zurück bis in die Nase läuft mit Abzweigen in die Bronchien. Ich wache dann, wenn ich überhaupt schlafen konnte, mit Hustenanfällen auf und kann höchstens im Sitzen weiterschlafen!

 

Das ist einfach unerträglich. dann gehe ich wieder zum Arzt und lass mich etwas entblocken, sofort hören die Schwierigkeiten auf, allerdings mit dem Ergebnis, dass ich wieder unbegrenzt essen kann, weil ich mein Magenband überhaupt nicht mehr spüre! Da mein Kopf leider nicht mit operiert wurde, esse ich dann irgendwann wieder zuviel und nehme unweigerlich zu. Dieses Spielchen geht nun seit 1 Jahr immer hin und her, es ist zum Mäuse melken!

 

Auch Dr. Meibert weiß nicht mehr weiter, er denkt, für mich wäre ein Magenbypass die bessere Lösung der Gewichtsprobleme gewesen, aber das ist nun leider zu spät. Im Vorhinein konnte man das nicht ahnen, weil ich kein Sweeteater bin und von daher Jeder damit gerechnet hat, dass ich mit dem Magenband zurecht käme.

 

Aber es gibt auch Positives zu berichten: die Selbsthilfegruppe, die ich im Januar gegründet habe, läuft weiterhin prächtig, es hat sich ein sehr netter Kreis von Adipositas-Betroffenen gebildet.

Außerdem hat die Umstellung auf ein "bewegteres Leben" sehr gut geklappt, ich trainiere weiterhin regelmäßig 3-4 x die Woche im Fitnessstudio jeweils 45 Minuten. 2 x mache ich Krafttraining bei Kieser, 2 x Ausdauersport bei Future Sports (Crosstrainer, Laufband und Radfahren). Dazu habe ich im Sommer noch einige Radtouren gemacht.

 

Durch mein ehrenamtliches Engagement hole ich mir zudem noch Selbstbewusstsein, eine gute Voraussetzung, um meinen Weg zu einem schlanken Gewicht auch ohne die Hilfe des Magenbandes weiter zu gehen!

 

Ticker siehe unten: leider auch nur zu meinen erfolgreichsten Zeiten, momentan stehe ich wieder bei 115 kg!


 

Dicke Seiten,  Gewichtsabnahme Hilke Wiese   

 

Noch ein Erfahrungsbericht:

Einen weiteren Erfahrungsbericht über Adipositas und Magenband-OP habe ich auf imedo.de gelesen: Eine junge Frau berichtet, wie sie nach vielen Jahren des Übergewichts und mehreren Versuchen, abzunehmen, den Entschluss gefasst hat, sich operieren zu lassen. Insgesamt hat sie dadurch 40 kg abgenommen und ihr geht es heute richtig gut! imedo ist eine Gesundheitsplattform nicht nur für Übergewichtige.

 

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